Sie finden auf dieser Seite eine Übersicht unserer vielfältigen und spannenden Projekte. Wir planen darüber hinaus künstlerische Projekte auf Social Media-Kanälen, z.B. im Bereich Podcast, Blogs für Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen.
Aktuelles Projekt
Serienhaus Goesslerstraße 1
„Serienhaus Goesslerstraße 1“ ist ein inklusives Hörserienprojekt, in dem Autor*innen mit Sehbehinderungen, chronischen Erkrankungen und unsichtbaren Behinderungen eigene Figuren und Geschichten entwickeln. Über einen Zeitraum von zwei Jahren entsteht eine zwölfteilige Hörserie – von der ersten Idee bis zur professionellen Veröffentlichung.
Das Projekt verbindet künstlerische Qualifizierung, kollektives Schreiben und professionelle Audioproduktion. Gleichzeitig eröffnet es neue Zugänge zur Hörspiel- und Audiobranche für Menschen, die dort bislang häufig unterrepräsentiert sind.
Gefördert wird „Serienhaus Goesslerstraße 1“ von der Aktion Mensch sowie der Herbert Funke Stiftung.
Im Zentrum der Serie steht eine fiktive freistehende Villa in der Goesslerstraße 1 – ein Ort zwischen Rückzug und Begegnung, Bühne und Resonanzraum. Die Figuren bewohnen einzelne Zimmer, begegnen sich im Foyer, auf der Treppe mit Lift, im Garten oder in den Zwischenräumen des Hauses. Dort entstehen Gespräche, Konflikte, Nähe, Missverständnisse und unerwartete Verbindungen.
Die Serie erzählt vom Alltag, von Überforderung und Humor, von Einsamkeit, Freundschaft und gesellschaftlicher Teilhabe. Behinderung wird dabei nicht als isoliertes Thema behandelt, sondern als selbstverständlicher Teil der erzählten Lebensrealitäten.
Die Entwicklung der Hörserie erfolgt in monatlichen Writers’ Rooms sowie in digitalen Treffen, Workshops und dramaturgischen Feedbackprozessen. Gemeinsam entwickeln die Autorinnen Figurenprofile, Storylines und Dialogbücher. Begleitet wird der Prozess durch eine Headautorin, dramaturgische Fachbegleitung sowie wechselnde Expertinnen aus den Bereichen serielles Erzählen, Figurenentwicklung, Dialogarbeit, Audioästhetik und Produktionspraxis.
Das Produktionsmodell ist bewusst praxisnah aufgebaut:
Zunächst entstehen jeweils drei Episoden als Dialogbücher. Anschließend werden diese Folgen professionell produziert. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Buchfunk GmbH – inklusive Regie, Aufnahme, Schnitt, Sounddesign und Veröffentlichung.
Durch diesen fortlaufenden Dreischritt aus Schreiben, Produktion und Reflexion entsteht ein unmittelbarer Lernprozess. Künstlerische Weiterbildung und professionelle Praxis greifen direkt ineinander.
„Serienhaus Goesslerstraße 1“ versteht sich zugleich als kulturpolitisches Projekt. Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sind in professionellen Audioproduktionen – insbesondere als Autor*innen – noch immer deutlich unterrepräsentiert. Das Projekt schafft Raum für ihre Perspektiven, stärkt künstlerische Selbstwirksamkeit und ermöglicht nachhaltige Zugänge zur Kreativwirtschaft.
Für die beteiligten Autor*innen bedeutet die Arbeit an „Serienhaus Goesslerstraße 1“ weit mehr als eine klassische Weiterbildung. Das Projekt verbindet künstlerische Entwicklung mit realer Produktionserfahrung, professioneller Teamarbeit und öffentlicher Veröffentlichung. Gleichzeitig entsteht Raum für Perspektiven und Stimmen, die in der deutschen Audiolandschaft bislang nur selten sichtbar beziehungsweise hörbar sind.
So wird aus einem Haus ein inklusiver Resonanzraum – und aus vielen einzelnen Blicken eine Serie, die bleibt.
Frühere Projekte
Unseen Lives ist ein Hörbuch- und Hörspielprojekt von Kulturregen Berlin. Es gibt Menschen mit unsichtbaren Behinderungen Raum, ihre Erfahrungen in künstlerischen Audioformaten hörbar zu machen – jenseits klischeehafter Betroffenheitsnarrative.
Zwischen 2023 und 2025 wurden über 40 biografische Interviews geführt. Eine divers besetzte Jury wählte 19 Autor*innen aus, die gemeinsam mit Schreibcoaches und Dramaturg*innen ihre Texte weiterentwickelten. So entstanden literarisch-künstlerische Hörstücke: erzählende Hörbücher, poetische Klangexperimente, autofiktionale Miniaturen und experimentelle Hörspiele.
Das Projekt zeigt, dass Behinderung kein Defizit ist, sondern Teil menschlicher Vielfalt. Die Autor*innen selbst bestimmen, wie ihre Geschichten erzählt werden und wie sie wahrgenommen werden wollen. Unseen Lives setzt damit ein Zeichen gegen ableistische Zuschreibungen und stärkt Empowerment, Selbstwirksamkeit und kulturelle Teilhabe.
Alle 19 Hörstücke sind kostenlos auf unserer Website und auf YouTube zugänglich.
Zeitraum: Juli 2023 – September 2025
Find Your Voice ist ein 10-monatiges kreatives Empowerment-Programm für professionelle sehbehinderte und blinde, sowie nicht-behinderte Kunst- und Kulturschaffendee im Bereich Inklusion und Diversität. In unterschiedlichen Modulen lernen die Teilnehmenden, wie sie sich durch Podcasts selbst vermarkten oder Podcasts als Kunstform nutzen können. Die Weiterbildung ist am 17. April online gestartet und verteilt sich auf 12 Wochenenden, in welchen die Teilnehmenden Kenntnisse im schriftlichen und mündlichen Erzählen (Storywriting und Storytelling) sowie Techniken des autobiografischen Schreibens und der Improvisation erwerben.
Die Weiterbildung ist gefördert von der Aktion Mensch und für die Teilnehmenden kostenfrei.
Unsere Erfahrungen, unser Wissen, unsere Vorstellungen und unsere Ideen gehen u.a. auf folgende Projekte bzw. Projektbeteiligungen zurück:
Berliner Spielplan Audiodeskription, seit August 2020, inklusives Theaterprojekt von Förderband e.V.. Es soll blinden und sehbehinderten Besucher*innen durch Einführungsveranstaltungen und live eingesprochene Audiodeskriptionen ermöglichen, an Berliner Bühnenaufführungen umfassender teilzuhaben. www.foerderband.comtels.de/_rubric/index.php?rubric=AUDIODESKRIPTION
bifos-Zeitzeugenprojekt, 2014-2017, Kooperation des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) mit dem Verein Gedächtnis der Nation e.V. sowie der Bundeszentrale für Politische Bildung. Hier wurden die Lebenswege politisch aktiver Menschen mit Behinderungen audiovisuell dokumentiert.
Literatur aus dem Dunkeln. Inklusives Literaturprojekt „Biografiepaten“, 2012-2014. Blinde und sehbehinderte Menschen erarbeiteten gemeinsam mit erfahrenen Autoren autobiografisch geprägte Erzählungen, die dann öffentlich gelesen und als Buch publiziert wurden.Premiere der Lesereihe „Literatur aus dem Dunkeln“