Serienhaus Goesslerstraße 1

Serienhaus Goesslerstraße 1

„Serienhaus Goesslerstraße 1“ ist ein inklusives Hörserienprojekt, in dem Autor*innen mit Sehbehinderungen, chronischen Erkrankungen und unsichtbaren Behinderungen eigene Figuren und Geschichten entwickeln. Über einen Zeitraum von zwei Jahren entsteht eine zwölfteilige Hörserie – von der ersten Idee bis zur professionellen Veröffentlichung.

Das Projekt verbindet künstlerische Qualifizierung, kollektives Schreiben und professionelle Audioproduktion. Gleichzeitig eröffnet es neue Zugänge zur Hörspiel- und Audiobranche für Menschen, die dort bislang häufig unterrepräsentiert sind.

Gefördert wird „Serienhaus Goesslerstraße 1“ von der Aktion Mensch sowie der Herbert Funke Stiftung.

Im Zentrum der Serie steht eine fiktive freistehende Villa in der Goesslerstraße 1 – ein Ort zwischen Rückzug und Begegnung, Bühne und Resonanzraum. Die Figuren bewohnen einzelne Zimmer, begegnen sich im Foyer, auf der Treppe mit Lift, im Garten oder in den Zwischenräumen des Hauses. Dort entstehen Gespräche, Konflikte, Nähe, Missverständnisse und unerwartete Verbindungen.

Die Serie erzählt vom Alltag, von Überforderung und Humor, von Einsamkeit, Freundschaft und gesellschaftlicher Teilhabe. Behinderung wird dabei nicht als isoliertes Thema behandelt, sondern als selbstverständlicher Teil der erzählten Lebensrealitäten.

Die Entwicklung der Hörserie erfolgt in monatlichen Writers’ Rooms sowie in digitalen Treffen, Workshops und dramaturgischen Feedbackprozessen. Gemeinsam entwickeln die Autorinnen Figurenprofile, Storylines und Dialogbücher. Begleitet wird der Prozess durch eine Headautorin, dramaturgische Fachbegleitung sowie wechselnde Expertinnen aus den Bereichen serielles Erzählen, Figurenentwicklung, Dialogarbeit, Audioästhetik und Produktionspraxis.

Das Produktionsmodell ist bewusst praxisnah aufgebaut:
Zunächst entstehen jeweils drei Episoden als Dialogbücher. Anschließend werden diese Folgen professionell produziert. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Buchfunk GmbH – inklusive Regie, Aufnahme, Schnitt, Sounddesign und Veröffentlichung.

Durch diesen fortlaufenden Dreischritt aus Schreiben, Produktion und Reflexion entsteht ein unmittelbarer Lernprozess. Künstlerische Weiterbildung und professionelle Praxis greifen direkt ineinander.

„Serienhaus Goesslerstraße 1“ versteht sich zugleich als kulturpolitisches Projekt. Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sind in professionellen Audioproduktionen – insbesondere als Autor*innen – noch immer deutlich unterrepräsentiert. Das Projekt schafft Raum für ihre Perspektiven, stärkt künstlerische Selbstwirksamkeit und ermöglicht nachhaltige Zugänge zur Kreativwirtschaft.

Für die beteiligten Autor*innen bedeutet die Arbeit an „Serienhaus Goesslerstraße 1“ weit mehr als eine klassische Weiterbildung. Das Projekt verbindet künstlerische Entwicklung mit realer Produktionserfahrung, professioneller Teamarbeit und öffentlicher Veröffentlichung. Gleichzeitig entsteht Raum für Perspektiven und Stimmen, die in der deutschen Audiolandschaft bislang nur selten sichtbar beziehungsweise hörbar sind.

So wird aus einem Haus ein inklusiver Resonanzraum – und aus vielen einzelnen Blicken eine Serie, die bleibt. 

Die ersten Folgen erscheinen in Kürze. 

Zeitraum: 2025 – 2027

Förderungen​

Gefördert durch die Aktion Mensch und die Herbert Funke-Stiftung.

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